Felix Erbe

Kandidatur Landesliste Bayern, Wahlkreis 246 Roth

Vielfaltsaspekte: Behinderung, sexuelle Vielfalt

„Es wird Zeit für mehr Vielfalt im Deutschen Bundestag – dies betrifft auch uns GRÜNE – denn eine bunte Gesellschaft bedeutet Stärke und Demokratie!“

Felix Erbe

Wer bin ich?

Mein Name ist Felix Erbe, ich komme aus Hilpoltstein im Landkreis Roth, aus der Mitte Bayerns. Vor elf Jahren bin der Partei Bündnis 90/Die Grünen beigetreten. Seit meiner Jugend bin ich ehrenamtlich, besonders im Katastrophenschutz beim Technischen Hilfswerk (THW) aktiv. Auch bin ich seit vielen Jahren in der Jugendarbeit tätig, was ich auch mit meiner kommunalpolitischen Arbeit u.a. als Jugendbeauftragter der Stadt Hilpoltstein verbinden konnte. Für die GRÜNEN engagiere ich mich als Fraktionssprecher im Kreistag Roth in einer von uns durchgesetzten Doppelspitze, seit 2014 bin ich Kreisrat. Zudem bin ich seit 2014 Mitglied des Hilpoltsteiner Stadtrats. Politisch bringe ich mich zudem bei der LAG Inklusion/Behindertenpolitik und im AK Queergrün Mittelfranken ein. Beruflich bin ich als Grundschullehrer und Lehrbeauftragter an der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt tätig.

Was bedeuten Inklusion und Vielfalt für mich?

Vielfalt bedeutet für mich Demokratie und Stärke. Nur eine vielfältige, bunte Gesellschaft kann die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen. Denn wir sind bunt – das Leben und die Menschen um uns herum sind bunt – und das sollten wir auch wahrnehmen und nutzen. Jede*r muss frei, offen und selbstbestimmt leben können, unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Hautfarbe, Alter, Herkunft, Behinderung, Religion, Bildung oder sozialen Aspekten.

Inklusion heißt für mich, dass wir allen Menschen eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe an diesem gesellschaftlichen, bunten Leben ermöglichen müssen. Hierbei ist es die Aufgabe von allen, die Grenzen und Barrieren, auch wenn sie nur wenigen die Teilhabe unmöglich machen, zu beseitigen und hierfür alle Kraft einzusetzen.

Dies ist auch eine Aufgabe für uns als GRÜNE. Denn obwohl unsere Partei bisher schon alles dafür tut, die Fülle der Gesellschaft abzudecken, sind gewisse Gruppen noch sehr unterrepräsentiert. Ich bin stolz auf unser neues „Statut einer vielfältigen Partei“ und hoffe auf eine vielfältige GRÜNE Fraktion im neuen Bundestag.

Wofür stehe ich?

Ich will für diese bunte, inklusive Gesellschaft eintreten, wobei ich in zwei Aspekte besonderen Einblick habe, für diese meine Stimme erheben und unsere Gesetzeslage voranbringen will:

Seit gut zehn Jahren lebe ich mit der chronischen Krankheit „Morbus Crohn“, einer Autoimmunkrankheit und „unsichtbaren Behinderung“. Klinikaufenthalte über die Jahre und eine nun positiv verlaufende Therapie erlauben mir eine aktive Teilnahme am Leben. Dies ist jahrelange Arbeit mit viel Einblick in unser Gesundheitssystem, die Kosten des Ganzen, mit Einblick in die Probleme von Menschen mit Behinderung und auch die Barrieren, die auf einen mit einer solchen Einschränkung im Alltag zukommen.

Teilhabe ist dabei nicht nur ein Ziel, sie ist ein Recht. Und wir haben noch viele Aufgaben, die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland umzusetzen. Und genau deswegen müssen wir hier unsere ganze Kraft hineinsetzen. Ich will hier meinen politischen Einfluss nutzen, die Betroffene oft selbst nicht haben können. Einen zweiten Blick auf das Thema Behindertenrechte bekomme ich durch meine Arbeit als Grundschullehrer. Wird in der Bildungspolitik gerne das Wort „Inklusion“ verwendet und in der Umsetzung als arbeitsfähig bezeichnet, zeigt die Realität doch viel zu oft: echte Inklusion ist unter den Bedingungen, wie sie gerade an den meisten Schulen sind, so gut wie unmöglich. Und hier müssen wir anpacken: der Weg zu einer echten Inklusion in das Regelschulsystem wird erst möglich sein, wenn wir hier endlich investieren und unsere Schulen, das Lehr- und Bildungssystem und unsere Lehrkräfte fit machen für eine inklusive Beschulung.

Als selbst queer lebender Mensch hatte ich das Glück, in einer Umgebung aufzuwachsen, in der ich angstfrei und ohne Probleme leben konnte. Ich weiß aber auch, dass dies vielen nicht möglich ist. Gerade auf dem Land ist es für queere Menschen Alltag, sich zu verstecken. Wir haben hier viel zu tun: dies beginnt bei einer sensiblen Jugendarbeit und der Schaffung von lokalen Treffpunkten und endet bei einer ebenso sensiblen Gesetzgebung im Bundestag. „LIEB DOCH, WEN DU WILLST!“ – mit allen Rechten und Pflichten. Das muss unser Anspruch sein. 

Was will ich im Bundestag?

Im Bundestag will ich mit vollem Engagement für meine Themen und gerade auch für die Interessen von Menschen einstehen, die das selbst nicht immer können. Ich will an der Entwicklung unseres Landes hin zu einer inklusiven, offenen und bunten Gesellschaft arbeiten. Hier gibt es noch vieles umzusetzen. Wenn wir wollen, dass die Vielfalt unserer Gesellschaft im Parlament abgebildet wird, müssen wir den Wähler*innen auch Angebote machen.

Für eine bunte Gesellschaft einzutreten, heißt auch, klare Position gegen rechte Meinungsmache, Hetze, Rassismus und Verschwörungstheorien zu beziehen. Gerade in der jetzigen Zeit, in der rechte Tendenzen und Verschwörungstheorien wieder auf dem Vormarsch sind und in der bestimmte Gruppen an den Werten unserer Demokratie nagen, ist echt wichtig aufzustehen und klare Positionen und klare Haltungen auch im Bundestag zu vertreten und Demokratie zu leben.  

Als Direktkandidat möchte ich zudem ein Sprachrohr meiner Region sein und als aktiver THWler das Thema Katastrophenschutz besser innerhalb unserer Partei vertreten, als dies bis jetzt geschehen ist. Die Auswirkungen des Klimawandels werden uns hier in den kommenden Jahren vor neue Herausforderungen stellen, denen wir mit guten Konzepten und Ideen begegnen müssen.

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