Victoria Broßart

Kandidatur Landesliste Bayern, Wahlkreis Rosenheim

Vielfaltsaspekt: Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt

Inklusion und Vielfalt bedeuten für mich, dass wir über unsere Gemeinsamkeiten lachen und an unseren Unterschieden wachsen.

Victoria Broßart

Wer bin ich?

Wer ich bin ist tatsächlich eine Frage, die mich lange beschäftigt hat. Viele Jahre hatte ich immer das Gefühl, dass irgendetwas anders ist, als immer alle behaupten. Ich konnte es aber nicht zuordnen, konnte es nicht benennen. Ich wusste nicht, was es ist, aber es war immer da. In vielen kleinen Schritten habe ich dann zu mir gefunden, habe viel ausprobiert, beibehalten, verworfen. Es war wie ein 10.000 Teile Puzzle zu lösen, bei dem alle Teile blau sind. Doch heute kann ich die Frage beantworten. Wer bin ich? Ich bin Victoria und ich bin eine trans Frau.

Geboren bin ich in Karlsruhe, dort habe ich auch Elektrotechnik studiert. Seit 2014 lebe und arbeite ich im schönen Rosenheim ganz im Süden Bayerns. Ich bin 28, verheiratet und hauptberuflich als Ingenieurin tätig. Nebenbei unterstütze ich noch den Stadtjugendring als Beraterin und sichere als Rettungsschwimmerin zusammen mit meinen Kolleg*innen von der Wasserwacht im Sommer die Seen rund um die Stadt.

Zu den Grünen kam ich 2018. Gleich 2019 wurde ich zur Beisitzerin in der LAG Queer.Grün.Bayern gewählt, 2020 zur Sprecherin. Zusammen mit einem tollen Team aus Grünen organisiere ich das Queer Cafe im grünen Büro, das mittlerweile schon über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist.

Mit meinen beiden Kernthemen, der Verkehrs- und Energiewende, konnte ich die Mitglieder meines KVs begeistern und wurde als Direktkandidatin für den Wahlkreis Rosenheim aufgestellt.

Was bedeuten Inklusion und Vielfalt für mich?

Inklusion und Vielfalt bedeuten für mich, dass die Gesellschaft mit offenen Augen um sich blickt und die Bedürfnisse von Minderheiten sieht. Sie erkennt, dass sie Straßen und Wege oder den ÖPNV für Menschen im Rollstuhl anders gestalten muss, als für Menschen die gut zu Fuß sind. Sie versteht, dass queere Menschen und Menschen mit Behinderung andere Anforderungen an die medizinische Versorgung haben als die Mehrheitsgesellschaft. Sie weiß, dass manche Menschen andere kulturelle oder religiöse Hintergründe haben, eventuell andere Feste feiern, zu anderen Zeiten Urlaub brauchen oder einfach ein anderes Speisenangebot beim Catering und in der Kantine wünschen. Und vor allem sieht diese Gesellschaft Diskriminierung und Benachteiligung, erkennt diese Probleme an und behebt sie in gesamtgesellschaftlicher Solidarität.

Dazu gehört auch, dass sie uns nicht wegen einzelner Eigenschaften, die uns vermeintlich aus der Masse heraus heben, in Schubladen steckt. Viel zu oft werden Angehörige von Minderheiten auf ihre Zugehörigkeit zu eben dieser Minderheit reduziert. Die komplexen, einzigartigen, bereichernden Aspekte des einzelnen Lebens werden komplett ausgeblendet und die Menschen einer kollektiven Masse zugeordnet. So entstehen Vorurteile und Diskriminierung. Das bekommen wir dann zu spüren. Jobbewerbungen werden abgelehnt, weil man angeblich nicht ins Team passt, in der S-Bahn wird man schief angesehen und nicht selten sind wir mit verbaler oder physischer Gewalt konfrontiert.

Ich möchte das nicht. Ich möchte nicht auf diese eine Sache reduziert werden, die mich selbst schon so viel Lebenszeit gekostet hat. Ich bin so viel mehr als nur das. Wir sind alle viel mehr als das. Wir sind alle Kolleg*innen, Partner*innen, Nachbar*innen, zufällige Bekanntschaften im Bus oder langjährige Freund*innen aus Kindertagen. Wir haben alle Lieblingshobbys, Lieblingssportarten, Lieblingsbücher oder Lieblingsgerichte. Wir sind eine pluralistische Gesellschaft, die so viel schönes, so viele Wunder, so viele Gemeinsamkeiten zum drüber lachen und so viele Unterschiede zum gemeinsamen lernen und staunen hat. Inklusion und Vielfalt bedeuten für mich, dass wir daran gemeinsam wachsen. Für uns alle.

Wofür stehe ich?

Ich stehe für einen intersektionalen Queerfeminismus. Das heißt, ich arbeite auf eine Gleichberechtigung aller Geschlechter hin: gleiche Rechte, gleiche Chancen, gleiche Möglichkeiten. Dazu zählen insbesondere auch freie Entfaltungsmöglichkeiten und körperliche Selbstbestimmung für alle. Die Intersektionalität beachtet dabei auch, dass Menschen auch zu mehreren Minderheiten gehören können und dadurch nochmals in besonderem Maße zusätzlich diskriminiert werden. Dem gilt es dann ebenso konsequent entgegen zu treten.

Wie ich anfangs aber schon schrieb, sind meine Kernthemen für diese Wahl Verkehr und Energie. Ich trete für eine Verkehrswende ein, die die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer*innen, Umwelt und Klima im Blick hat.

Dazu brauchen wir auch eine Energiewende, damit wir unseren Strom- und Wärmebedarf zu 100% aus Sonne, Wind und Wasser decken können.

Was will ich im Bundestag?

Ich will in den Bundestag, um einen starken Nah- und Fernverkehr mit der Bahn als Rückgrat aufzubauen und eine faire Verteilung des öffentlichen Raums zwischen Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Elektroautos zu schaffen. Außerdem will ich den Ausbau von Solaranlagen und Windkraft weiter voran bringen und durch innovative Stromspeicher die Versorgungssicherheit im ganzen Land sicherstellen.

Was das mit Vielfalt zu tun hat, ist wahrscheinlich nicht offensichtlich, aber dennoch sehr wichtig: Repräsentation.

Dadurch, dass Angehörige von Minderheiten immer auf diese eine Eigenschaft reduziert werden, erscheinen sie in der öffentlichen Wahrnehmung auch meist nur in diesem unmittelbaren Zusammenhang. So ist die Diversität bei Veranstaltungen, Kongressen oder in Talkshows meistens sehr gering. Außer das Thema lautet eben gerade Rassismus, Barrierefreiheit oder Diversität.

Auch wenn ich nicht direkt Queerpolitik mache, bin ich doch als trans Frau immer sichtbar. Wenn ich also zur Verkehrspolitik spreche oder einen Vortrag bei einer Veranstaltung über Windkraftanlagen halte, dann schaffe ich für die Zuschauer*innen ganz niederschwellig einen Berührungspunkt mit dem Thema trans. So erreiche ich auch die, die sich eigentlich nicht aktiv dafür interessieren würden. Dadurch entzaubere ich das „anders“ sein und kann Vorurteile abbauen. Und die Menschen erkennen, dass wir doch gar nicht so anders sind. Besonders wichtig ist es mir auch, ein Vorbild für andere trans Personen und eine Referenz für die Angehörigen zu sein. Es würde mich unglaublich berühren, wenn eines Tages ein trans Mädchen zu den Eltern sagt „Ich bin trans, ihr wisst schon, so wie Victoria“ und die Eltern wüssten, es ist alles ok.

Kontakt

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